Ausstellung Kunst

Zu echt für ein Foto

Am Freitag, den 28. März 2025, hatte der Kunst-Grundkurs des Jahrgangs 12 von Frau Götz die besondere Gelegenheit, die Ausstellung Blow-Up von Franz Gertsch in den Deichtorhallen Hamburg zu besuchen.

Laut Wikipedia gelte der Schweizer Franz Gertsch als Künstler des Hyperrealismus. Doch unser erfahrener Museumsführer klärte uns auf, dass er vielmehr als Pionier des Fotorealismus betrachtet wird.

Zu Beginn der Führung wurden wir mit seiner einzigartigen Arbeitsweise vertraut gemacht. Gertsch arbeitete ausschließlich nach seinen eigenen Fotovorlagen, die er bis ins kleinste Detail studierte, bevor er begann, sie malerisch umzusetzen. In seinem künstlerischen Schaffen konzentrierte er sich auf zwei wesentliche Aspekte: seine Familie und den Moment, den er in seinen Werken festhalten wollte.

Die Ausstellung präsentierte eine umfassende Retrospektive von über 60 Jahren künstlerischen Schaffens. Zu sehen waren monumentale, bis zu sechs Meter große Gemälde der Jugend- und Musikszene der 1970er Jahre, ikonische Frauenporträts aus den 1980er Jahren, Familienbilder sowie Porträts seiner Künstlerfreunde. Besonders beeindruckend waren seine epischen Landschaftsdarstellungen und Naturaufnahmen der letzten beiden Jahrzehnte sowie seine großformatigen Holzschnitte.

Auf den ersten Blick wirkten Gertschs Gemälde wie Fotos. Doch sobald man einige Schritte vor das Werk tritt, erkennt man die Struktur, die nur mit dem Pinsel entstanden sein konnte. Besonders faszinierte uns das Werk Johanna I (1983–1984), ein mit Acryl auf ungrundierter Baumwolle gemaltes Porträt. Die Präzision und Lebendigkeit dieses Bildes waren so realistisch, dass es fast wie ein Ausweisfoto wirkte.

Der Besuch der Ausstellung war eine außergewöhnliche Erfahrung, die uns tiefere Einblicke in die Kunstwelt ermöglichte und uns Gertschs beeindruckendes Schaffen auf eine ganz neue Weise näherbrachte. Dank an die Deichtorhallen dafür!

Text: Nestor (Kunst-Grundkurs S4)

Fotos: Frau Götz